https://www.cellesche-zeitung.de/Mehr/Reportage/Tierisches-So-helfen-Alpakas-bei-der-Integration                                                              15.05.2019

Cellesche Zeitung 16.05.2019:
Von Marie Nehrenberg
Foto: Die Anwohner in Habighorst haben sich längst daran gewöhnt, dass ab und zu Alpakas durch die Straßen laufen. 
Die Anwohner in Habighorst haben sich längst daran gewöhnt, dass ab und zu Alpakas durch die Straßen laufen.  Quelle: David Borghoff
Habighorst

Manch ein Autofahrer reibt sich an diesem Tag wohl verwundert die Augen. Zorro und seine drei Alpaka-Freunde Aspergo, Apollo und Gabander stehen am Straßenrand und warten geduldig auf das Kommando von Renate Barth, damit sie die Straße überqueren können. Zwischendurch schweift ihre Konzentration auf den Straßenverkehr ab, doch das saftige Gras am Wegesrand sieht einfach zu verlockend aus. „Los jetzt, genug gefressen!“, ruft Barth, die mitten auf der Straße steht und die Autos anhält. Gemächlich marschieren die flauschigen Tiere los, im Maul ein bisschen frisch gerupfte Wiese.

Tierische Integration

In Habighorst ist das kein ungewohntes Bild. Während andernorts Menschen mit ihren Hunden durch den Ort spazieren, laufen hier halt Alpakas an der Leine. Die zehnjährige Mira führt zum ersten Mal ein Mini-Kamel aus. Sie und 15 weitere Tierfreunde erforschen die Gegend heute bei einer geführten Alpaka-Wanderung. Genau wie Mira kamen die anderen Teilnehmer einst als Flüchtlinge nach Deutschland. Um sie beim Einleben in der neuen Heimat zu unterstützen, organisiert die Initiative Zusammen regelmäßig ein Willkommens-Café. Und so entstand bei Kaffee und Kuchen die Idee, gemeinsam mit den possierlichen Vierbeinern auf Wanderschaft zu gehen. „Ich denke, dass das eine schöne Gelegenheit ist, die Gegend kennen zu lernen und gemeinsam was zu unternehmen“, findet Gudrun Stockert, Mitglied der Initiative. Renate Barth, die seit einigen Jahren Alpakas hält, war begeistert.

Alpakas verkörpern Gemütlichkeit

Die Kurzfassung der Geschichte: Jeder Geflüchtete, der Lust hat, kann sich der ungewöhnlichen Wandergruppe anschließen. Und so kam Mira also zu ihrem Alpaka. Sie strahlt über das ganze Gesicht und kann den Blick von „ihrem Zorro“ kaum abwenden. Dabei ist das Vorwärtskommen gar nicht mal so einfach. „Er ist ein wenig langsam, da muss man manchmal ein bisschen ziehen“, berichtet sie. „Außerdem wartet er immer auf die anderen.“ Miras Beobachtungen beschreiben das Wesen eines Alpakas ziemlich genau. „Es sind Herdentiere, die nicht gerne alleine sind und die Nähe zu ihren Artgenossen brauchen“, erklärt Halterin Barth. Geduld brauche man im Umgang mit ihnen allerdings definitiv. „Man kann von niemandem besser Gelassenheit und Ruhe lernen als von Alpakas“, fügt sie lachend hinzu. „Man braucht eine gewisse Gemütlichkeit.“

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Geflüchtete Familien lernen bei einem Spaziergang mit den Mini-Kamelen die Gegend besser kennen.

Dickköpfiger als Esel

Als Barth von einigen Jahren mit der Idee um die Ecke kam, Alpakas zu halten, wurde sie von vielen Freunden für verrückt erklärt. „Ich habe im Fernsehen eine Dokumentation gesehen und seit diesem Moment konnte ich kaum noch an etwas anderes denken“, erinnert sie sich zurück. Und so kam, was kommen musste: Nach und nach bekam Familie Barth wolligen Zuwachs. 2015 zog die Herde samt Besitzern dann nach Habighorst auf einen Resthof. Bereut hat Barth die Entscheidung nie. „Es macht unheimlich viel Spaß. Auch wenn sie sehr stur sein können. Man sagt, sie sind noch eine ganz Spur dickköpfiger als Esel.“ Heute bietet sie regelmäßig Alpaka-Wanderungen durch die umliegende Landschaft an. Bevor Barth ihre Tiere an Alpaka-Neulinge übergibt, folgt eine genaue Einweisung. "Man sollte sie am besten immer mit der Außenseite der Hand streicheln, dann haben sie keine Angst." An vorbeifahrende Autos, Hunde und Straßenlärm sind ihre tierischen Wollknäuel inzwischen gut gewöhnt.

Freude für traumatisierte Kinder

Diese Erfahrung muss an diesem Tag auch Bella machen. Die junge Nigerianerin hat den plüschigen Apollo an der Leine. Der scheint allerdings gar keine Lust auf einen Spaziergang zu haben. „Apollo, komm! Will er jetzt nicht mehr weiterlaufen?“ Fragend blickt sie den Hengst an. Mit seinen großen, braunen Kulleraugen guckt er sie an, macht ein paar Schritte, um sich dann gleich wieder dem nächstgelegen Grashalm zu widmen. Doch Bella gibt nicht auf. „Apollo! Du bist doch jetzt mein Freund. Wir müssen weitergehen“, redet sie auf ihn ein. Mit Erfolg. Auf einmal scheint sich bei dem Sturkopf ein Schalter umzulegen und er schließt zur Gruppe auf. „Ich glaube, ihr beide seid ein gutes Team“, findet Helfried Brinken von der Initiative Zusammen. Er freut sich über die strahlenden Kinderaugen. „Die Kinder haben teilweise Furchtbares erlebt, da ist es schön, sie so ausgelassen und glücklich zu erleben.“

Ausreißer sorgt für Aufregung

Während Bella und Mira mit ihren Schützlingen inzwischen geübt das Feld anführen, gibt es im hinteren Drittel plötzlich Tumulte. Renate Barth schlägt die Hände vors Gesicht. Gabander hat die Gunst der Stunde genutzt und sich in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit losgerissen. Er galoppiert drauflos, der Versuch, die Leine im letzten Moment doch noch zu erreichen, schlägt fehl. Kurze Zeit später stellt sich allerdings heraus, dass die Aufregung umsonst war, denn der zottelige Vierbeiner reiht sich zwischen seinen plüschigen Freunden ein und bleibt stehen. Gabander hatte lediglich das Bedürfnis, zu seiner Herde aufzuschließen. Eine junge Frau aus Afghanistan erkennt die Chance, greift selbstbewusst nach der Leine und so ist Gabanders Ausflug in die Freiheit gerade noch einmal gut gegangen.

Wohlverdienter Feierabend

Nach dem Schock verläuft der restliche Weg zurück zum Hof friedlich und ohne weitere Vorfälle. Die Alpakas scheinen froh zu sein, als sie ihr Halfter ablegen dürfen. Im Galopp geht es zurück auf die Weide, wo sie endlich das tun können, was ihnen am meisten Spaß macht – endlich eine riesige Portion frisches, grünes Gras futtern und sich danach gemütlich auf dem Boden wälzen. „Das haben sie jetzt auch verdient“, findet Mira. Den nächsten Besuchstermin bei Apollo und Zorro hat sie mit Renate Barth schon vereinbart. „Und dann möchte ich Zorro mal ganz alleine durch den Ort führen.“


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 https://www.cellesche-zeitung.de/Celler-Land/Eschede/Eschede-sieht-jetzt-unterirdisch-gut-aus                      27.05.2018

Eschede Eschede sieht jetzt unterirdisch gut aus

Der vermutlich schönste Tunnel im Landkreis Celle befindet sich jetzt unterhalb von Eschede. Nachdem sich die Künstler aus dem Ort mit der Bahnhofsunterführung beschäftigt haben, ist diese zu einer kleinen Galerie geworden.

Von Christian Link

Quelle: Christian Link

"Der Tunnel ist jetzt kein Ort mehr, den man schnell durchqueren möchte. Man hält sich hier nun gerne auf", freute sich Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke bei der offiziellen Eröffnung am Samstag.

Den Escheder wurde schon bei der Vernissage einiges geboten: Die Bigband der Oberschule Lachendorf eröffnete die Feier mit ordentlich Trara. Paul Reich von der Initiative Zusammen, die die Neugestaltung auf den Weg brachte, gab für die rund 50 Besucher den Schaffner mit Uniform und Kelle. Und zur ersten offiziellen Tunneldurchquerung zeigte Künstlerin Emmy Lee Schmoll, dass sie nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Wörtern gut umgehen kann. In ihrem Gedicht "Ich bin angekommen" schilderte die Poetry-Slammerin, wie sich mit einem Ort auch die Gefühlswelt eines Menschen verändern kann.

Wer jetzt vom Bahnhofsvorplatz zu den Gleisen möchte, läuft direkt auf ein Landschaftsgemälde von Christiane Mahlzahn zu. Zur Linken sieht der Reisende einen Zug mit neun Fenstern, den Maik Lynne an die Wand gemalt hat. Auch die Landschaft zwischen den Waggons stammt aus seinem Pinsel.

Durch das erste Fenster sind zwei Pfauen zu erkennen, die auf blühenden Ästen sitzen. Warum ausgerechnet Pfauen? "Die sind so lebendig und schön. Für mich stellen sie am besten die Natur dar", sagt Künstlerin Soghra Hashemi. Die 23-Jährige ist mit ihrem Mann und zwei Kindern aus Afghanistan nach Eschede geflohen. Derzeit macht sie einen Hauptschulabschluss, um Zahntechnikerin zu werden.

Die Abteile des Zugs hat die Klasse 8.4 der Oberschule Lachendorf gestaltet. "Hier finden wir Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, denen wir täglich im Zug begegnen können", erläutert Lehrer Torsten Löschmann. In die acht Fenster haben seine Schüler markante Bauwerke und Landschaften aus aller Welt gemalt.

Die rechte Wand hat Schmoll, die Vorsitzende des Willkommensvereins Eschede, zusammen mit Flüchtlingen und Bürgern gestaltet. "Ich habe vorgezeichnet, der Rest war Malen nach Zahlen", verrät die 19-Jährige. Die fröhlichen Figuren, die dabei entstanden sind, sind für Ortsbürgermeisterin Bölke "ein vergnügtes Völkchen, welches auch die Buntheit Eschedes widerspiegelt".

Die vorherige Wandgestaltung stammte aus dem Jahr 2004 und wurde von Hauptschülern aus Eschede gemacht. Die neue Tunnelkunst soll bitte ähnlich lange überdauern. "Ich wünsche mir, dass die Neugestaltung, so wie sie ist, eine Weile hält. Und dass nicht heimlich ein paar Künstler das Ganze – in Anführungszeichen – verschönern", sagte Reich.

Die Metronom-Eisenbahngesellschaft, die 3000 Euro in die Tunnelverschönerung investierte, will bei der Instandhaltung mithelfen. "Wenn da mal ein Tropfen Farbe fehlt, dürfen Sie sich gerne an uns wenden", versprach Metronom-Geschäftsführer Torsten Frahm.


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https://www.cellesche-zeitung.de/Celle/Aus-der-Stadt/Celle-Ortsteile/Kunstprojekt-am-Escheder-Bahnhof-ganz-tolles-Zeichen           8.10.2017

Im Rahmen des Projekts
Im Rahmen des Projekts "Kunst im Tunnel – Kommen und Gehen" will der Escheder Verein "Initiative Zusammen" die Unterführung am Bahnhof verschönern und internationale Kunst nach Eschede holen. Bei der Aktion entwickeln Künstler, Bürger und Flüchtlinge gemeinsam Ideen. Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

Gestern kamen rund 30 Menschen zur Auftaktveranstaltung am Bahnhof zusammen. Helfried Brinken, Vorsitzender des Vereins "Initiative Zusammen", führte durch den Tunnel und erläuterte die Idee des Projekts. "Wir wollen etwas zusammen schaffen", sagte Brinken. Ziel sei es, Künstler, Bürger und Flüchtlinge zusammenzubringen und internationale Kunst nach Eschede zu holen. Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke stellte heraus, wie aktuell das Thema "Kommen und Gehen" sei. "Menschen aus aller Welt finden in Eschede ein Zuhause", sagte Bölke.

Im Jahr 2004 gestalteten Schüler der Escheder Hauptschule den Tunnel und rückten damals schon die Internationalität in den Mittelpunkt. Auf der einen Seite der Unterführung prangen diverse Flaggen, auf der anderen lächeln Menschen unterschiedlicher Nationen. An der Treppe weist eine Weltkugel den Weg.

"Jetzt fängt die Arbeit erst an", betonte Brinken. Es gebe viel zu tun: Um den Tunnel heller zu machen, tüftle man an einem neuen Lichtkonzept. Zurzeit spenden drei orange Neonröhren nur wenig Licht. Außerdem werde in Workshops über Motive diskutiert. Zurzeit beteiligen sich rund ein Dutzend Menschen an dem Kunstprojekt, Anmeldungen sind beim Verein möglich. Das nächste Treffen ist am Samstag, 14. Oktober, um 15 Uhr in der ehemaligen Oberschule in Eschede. Noch werden Ideen gesammelt, doch schon jetzt steht fest, wann der Tunnel in neuem Gewand eröffnet werden soll: Die Einweihung ist für den 30. März 2018 vorgesehen.

Torsten Frahm, technischer Geschäftsführer des Metronom, nutzte die Auftaktveranstaltung, um dem Verein einen Scheck über 3000 Euro zu überreichen. Die Bewerbung der "Initiative Zusammen" passe "sehr gut in die Zeit", lobte Frahm. "Das ist ein ganz tolles Zeichen."

Von Amelie Thiemann


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https://www.cellesche-zeitung.de/Celler-Land/Eschede/Mit-Musik-Andere-Form-der-Demonstration-in-Eschede      20.08.2017

Von Christopher Menge
Das Konzert von Ute und Andreas Zöllner kam bei den Zuhörern sehr gut an. Die beiden Musiker sangen in verschiedenen Sprachen.
Das Konzert von Ute und Andreas Zöllner kam bei den Zuhörern sehr gut an. Die beiden Musiker sangen in verschiedenen Sprachen. Quelle: David Borghoff
Eschede

Anders als vor acht Jahren, als hunderte Escheder in die Glockenkolkhalle strömten, um gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aufzumucken, war der Besucherandrang bei der zweiten Auflage allerdings überschaubar. Über den Abend verteilt kamen etwa 150 Besucher in die Halle.

"Wir wünschen uns, weitere Aktive zu finden", sagte Raili Preuß-Haverinen vom Arbeitskreis. "Zudem hoffen wir, dass noch mehr Leute, die unsere Ansichten teilen, zu unseren Demonstrationen kommen." Hintergrund sind die Nazitreffen, die seit 25 Jahren regelmäßig auf dem Hof Nahtz in Eschede veranstaltet werden. Der Arbeitskreis hofft bei der nächsten Demonstration anlässlich des "Erntefestes" am Samstag, 23. September, 14 bis 17 Uhr, auf viele Teilnehmer.

In der Glockenkolkhalle machten sich die Besucher aber erst einmal ein Bild davon, wie international Eschede und die Region sind. Viele Flüchtlinge waren in die Halle gekommen, auf einer Leinwand lief eine Präsentation über die verschiedenen Integrationsprojekte in Eschede. "Den Besuchern soll die Möglichkeit geboten werden, die Scheu vor anderen Kulturen zu verlieren", sagte Preuß-Haverinen.

Organisatorin Britta Köhn hatte kurzerhand auch noch drei afrikanische Trommler aus Hankensbüttel gewinnen können, die spontan gemeinsam mit der Gruppe Timbuktu aus Hermannsburg spielten und für Stimmung in der Halle sorgten. Besonders gut kamen bei den Zuhörern außerdem Ute und Andreas Zöllner an, die ihre Liedern in mehreren Sprachen sangen.

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http://www.cellesche-zeitung.de/S5048020/Escheder-Initiative-Zusammen-kann-auch-feiern
http://www.eschede.de/rathaus/fluechtlingshilfe/initiative-zusammen.html
https://www.niedersachsen-packt-an.de/aktuelles/2017/03/07/initiative-zusammen-ehrenamtliche-fluechtlinge-aus-der-gemeinde-eschede-helfen-fluechtlingen       https://celler-presse.de/2017/08/20/eschede-muckte-wieder-auf/     
http://www.cellesche-zeitung.de/S5284908/Mit-Musik-Andere-Form-der-Demonstration-in-Eschede
https://secure.wittich.de/nc/produkte/online-lesen/ihr-mitteilungsblatt/detailartikel/titel/5321/artikel/150104820382/
https://celler-presse.de/2017/10/08/metronom-tut-gutes-3-000-euro-fuer-kunst-im-tunnel-kommen-und-gehen/

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https://www.dfb.de/news/detail/eschede-fussball-lauftreff-und-garagen-uni-181917/   
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